Austausch zu E-Government im Deutsch-Brasilianischen Digitaldialog
Brasilien
Die Delegation des BMDV wurde von Anke Leue geleitet, Leiterin des Bereichs Digitale Verwaltungslösungen. Auf brasilianischer Seite wurde das Treffen vom Sekretär für Digitale Verwaltung von ME, Fernando Coelho Mitkiewicz, geleitet. Moderiert wurde der Austausch vom Sekretariat für den Deutsch-Brasilianischen Digitaldialog.
Die Austauschsitzung wurde im Anschluss an den ersten offiziellen Besuch des BMDV in Brasilien im August 2022 organisiert. Damals besuchte der Leiter der Zentralabteilung des BMDV, Dr. Rudolf Gridl, Brasilien. Bei dieser Gelegenheit vereinbarten Dr. Gridl und brasilianische Regierungsvertreter*innen den weiteren Austausch, um die bilaterale Zusammenarbeit im Bereich der digitalen Verwaltung auszubauen.
Brasilianische digitale Plattform für die öffentliche Verwaltung
Die Portfoliodirektorin des Sekretariats für digitale Verwaltung (SGD), Luana Roncaratti, stellte zunächst die wichtigste digitale Plattform für öffentliche Dienste in Brasilien vor: Gov.br. Diese wurde als Lösung für die Digitalisierung aller öffentlichen Dienste konzipiert, die nun in einer Plattform mit einem einzigen Login zusammengefasst sind.
Roncaratti erläuterte den Prozess der Entwicklung von Gov.br. Zunächst startete das Sekretariat für digitale Verwaltung eine interne Konsultation, um Informationen über den Stand der Digitalisierung in den Bundesbehörden zu sammeln. Anschließend bot das SGD den Behörden je nach ihrem Digitalisierungsgrad Pakete mit digitalen Dienstleistungen an. Die Behörden nahmen nach und nach die vom SGD angebotenen Dienste in Anspruch, bis die vollständige Digitalisierung erreicht war.
Als Gov.br 2019 ins Leben gerufen wurde, war das Hauptziel eine quantitative digitale Transformation. Da die meisten Dienstleistungen nun bereits digitalisiert sind, konzentriert sich das SGD derzeit auf die Verbesserung der Qualität der digitalen Dienstleistungen.
Deutsche Stipendienprogramme für Softwareentwicklung
Anke Leue vom BMDV stellte das Digitalisierungsprogramm der deutschen Verwaltung vor. Es wurde im Jahr 2020 initiiert. Die Hauptziele des Programms sind die Entwicklung neuer Arbeitsstrategien durch Digitalisierung, die Anwendung agiler Managementprinzipien in der öffentlichen Verwaltung sowie die Integration von Prozessen aus verschiedenen Regierungsbehörden.
Als Leiterin des Bereichs New Work, Change Management und Projektmanagement stellte Alexandra Mause anschließend die Initiativen Tech4Germany und Work4Germany vor. Dabei handelt es sich um Stipendienprogramme des Bundes für die Softwareentwicklung. Ziel der Initiativen ist es, Wissen aus der Privatwirtschaft zu nutzen, um interne Prozesse der deutschen Verwaltung zu optimieren.
Im Rahmen dieser Stipendienprogramme lädt die Bundesregierung Expert*innen aus der Privatwirtschaft ein, an Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung zu arbeiten und effizientere Prozesse zu schaffen. So arbeitet beispielsweise ein Projektteam derzeit an der Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen auf Ebene der Länder und Kommunen.
Weitere bilaterale Austausche vereinbart
Der erste Fachaustausch zum Thema E-Government im Rahmen des Deutsch-Brasilianischen Digitaldialogs wurde als sehr positiv bewertet. Daher vereinbarten die Behörden beider Länder, die Reihe des fachlichen Austauschs fortzusetzen. Die zweite Sitzung wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2023 stattfinden.
Die Teilnehmenden schlugen vor, sich bei den nächsten Austauschsitzungen auf die Nutzungserfahrung digitaler Plattformen sowie auf die Verbesserung der Kommunikation mit den Bürger*innen über digitale Dienstleistungen zu konzentrieren. Auch ein vertiefter Austausch über das brasilianische Personalmanagement-Tool SOUGOV.br und die deutschen Initiativen Tech4Germany und Work4Germany wurde gewünscht.
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