Erster indonesisch-deutscher KI-Dialog in Jakarta

Indonesien

Am 12. Dezember 2023 veranstalteten das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) und das indonesische Ministerium für Kommunikation und Informatik (MCI) den ersten indonesisch-deutschen KI-Dialog. Gemeinsam mit Stakeholdern aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft diskutierten sie über die Rolle harmonisierter Regelungen für Künstliche Intelligenz (KI). Die Veranstaltung förderte das gegenseitige Verständnis von KI-Politik und lotete Möglichkeiten der Zusammenarbeit aus.

Zahlreiche Stakeholder aus Deutschland und Indonesien nahmen an der hybriden Veranstaltung teil. © Digital Dialogues-GIZ

KI bietet eine Vielzahl von Vorteilen, birgt aber auch Risiken für die Gesellschaft – insbesondere, wenn sie nicht reguliert wird. In seiner Eröffnungsrede betonte Thomas Graf, stellvertretender Missionsleiter an der Deutschen Botschaft Jakarta, die wichtige Rolle von Regulierung für eine sichere und ethische Nutzung von KI. Laut Graf sei der sektorübergreifende und internationale Austausch über KI-Regulierung von zentraler Bedeutung.

Ichwan Nasution, Leiter des Zentrums für Internationale Angelegenheiten des MCI, unterstrich Indonesiens Engagement für einen menschenzentrierten KI-Ansatz als Teil der indonesischen nationalen KI-Strategie 2045. Die letzten Eröffnungsworte kamen von der KI-generierten TV One-Moderatorin Bhoomi: Sie prognostizierte, dass KI eine große Rolle in der Gestaltung der globalen Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft spielen wird.

KI-Entwicklung und -Regulierung in Deutschland und Indonesien

Der KI-Dialog begann mit einem Frage-Antwort-Format, moderiert von Dr. Sri Safitri von KORIKA. Hario Bismo Kuntarto, Leiter der Abteilung Digitalwirtschaft des MCI, und Marc Lendermann, Referatsleiter Bilaterale Digitalpolitik und Digitaldialoge beim BMDV, stellten die Ansätze beider Länder zur KI-Regulierung vor.

Herr Kuntarto berichtete über die jüngsten Entwicklungen in Indonesiens KI-Politik: Indonesien hätte bereits Aspekte von KI reguliert und arbeitet derzeit an einem umfassenden Leitfaden zu KI-Ethik. Herr Lendermann stellte den kürzlich erlassenen EU AI Act vor. Dieser regelt die Nutzung von KI so, dass sie sicher, nachvollziehbar, nicht diskriminierend und umweltfreundlich ist. Herr Lendermann erwähnte dabei das empfindliche Gleichgewicht zwischen Regulierung und der Förderung von Innovation.

Auszeichnung der Gewinnerteams der 48 Hours Innovation Challenge

Die Gewinnerteams der 48 Hours Innovation Challenge präsentierten ihre innovativen Lösungen. © Digital Dialogues-GIZ

Im Rahmen des KI-Dialogs fand auch eine Auszeichnung der Gewinnerteams der 48 Hours Innovation Challenge statt. Das Sekretariat des Deutsch-Indonesischen Digitaldialogs hatte deutsche und indonesische Studierende eingeladen, innovative Wege zu finden, wie man KI für eine nachhaltige Stadtentwicklung nutzen kann.

Die Teams der deutschen Brand University Hamburg und der indonesischen Binus Universität und IPB Universität gewannen den Wettbewerb und hatten die Gelegenheit, ihre Lösungen auf dem KI-Dialog zu präsentieren. Zu den preisgekrönten Lösungen gehörten ein intelligentes Abfallmanagementsystem namens "Smart Trash", eine neue integrative Mobilitätsplattform für die indonesische Hauptstadt mit dem Namen "Jakarta Switch" und ein KI-gestütztes intelligentes Verkehrsmanagementsystem auf der Grundlage von Videoüberwachungsdaten namens "Urban Eye".

Diskussion über KI-Regulierung

Es folgte eine Podiumsdiskussion: Expertinnen und Experten tauschten ihre Erkenntnisse über die Rolle von KI in verschiedenen Sektoren aus und diskutierten über Regulierungsansätze. Die Podiumsdiskussion wurde von Yudhistira Nugraha, dem Direktor von Jakarta Smart City, moderiert. Abhijit Sengupta von Here Technologies präsentierte die Sicht der Industrie auf KI-Regulierung, die Sicherheit und Datenschutz gewährleisten sollte. Mattheace Rama Putra von KORIKA betonte, dass die KI-Regulierung in Indonesien bestehende Gesetze, Risiken sowie den Aspekt des fairen Wettbewerbs berücksichtigen sollte.

Die KI-generierte TV One-Moderatorin Bhoomi sprach über die wachsende Bedeutung von KI in der Gesellschaft.

Dr. Widodo Budiharto, Professor an der Binus Universität, wies auf die großen Vorteile von KI in der Hochschulbildung hin, da sie innovative Lehr- und Lernmethoden eröffne. Die potenziellen Risiken einer unregulierten KI könnten jedoch die Vorteile überwiegen, so Budiharto. Diese Ansicht teilte auch Dr. Ayu Purwaruanti vom KI-Zentrum des Institute of Technology Bandung. Dr. Purwaruanti ermutigte die politischen Entscheidungsträger, alle relevanten Interessengruppen in die Entwicklung von KI-Regelungen einzubeziehen - darunter die Wissenschaft, die Öffentlichkeit, Investoren und KI-Unternehmen.

Gallery Walk: Praktischer Einsatz von KI

Die KI-generierte TV One-Moderatorin Bhoomi schloss die Veranstaltung mit einigen Worten und sprach noch einmal über die wachsende Bedeutung von KI in der Gesellschaft. Anschließend waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem Gallery Walk eingeladen: Mehrere Unternehmen präsentierten, wie sie KI in der Praxis einsetzen und welche Vorteile sie im täglichen Leben bringen kann.

Der Deutsch-Indonesische Digitaldialog wird auch in Zukunft eine Multi-Stakeholder-Plattform für den Austausch über die Entwicklung und Regulierung von KI in beiden Ländern bieten.

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Das Sekretariat des Deutsch-Indonesischen Digitaldialogs organisierte einen Austausch über Datenschutzbehörden und Datenschutzbeauftragte. Er wurde im Auftrag der beiden Partnerministerien – dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) und dem indonesischen Ministerium für Kommunikation und Informatik (MCI) – koordiniert. Der Austausch fand am 2. Mai statt und drehte sich um die Rahmenbedingungen für Datenschutzbehörden und -beauftragte. Er knüpfte an einen produktiven Austausch über den Schutz personenbezogener Daten an, der im vergangenen Jahr stattgefunden hatte.

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