Internationale Digitaldialoge auf der re:publica 2024

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Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) war mit einem Stand auf der re:publica 2024 vertreten – dem größten Festival für die digitale Gesellschaft in Europa. Am Stand fanden Vorträge, Interviews und Diskussionen mit Stakeholdern der Internationalen Digitaldialoge statt. Drei verschiedene Themen standen im Mittelpunkt: Freiheit und Sicherheit im digitalen Raum, das digitale Ökosystem Kenias und die Rolle von Start-ups für einen nachhaltigen digitalen Wandel.

Die re:publica 2024 fand vom 27. bis 29. Mai in der STATION Berlin statt. Das diesjährige Motto lautete „Who cares?“. Im Fokus stand damit der Diskurs zu digitalen Lösungen, die das Gemeinwohl stärken und die Gesellschaft krisenresilienter machen. Zahlreiche Präsentationen, Podiumsdiskussionen und Workshops zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten und den Chancen und Herausforderungen, die sich aus der Digitalisierung ergeben, trugen zu diesem Diskurs bei. 30.000 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Unternehmen, Zivilgesellschaft und Medien nahmen in Berlin teil.

Die parlamentarische Staatssekretärin Daniela Kluckert (BMDV) eröffnete die Gespräche. © Digital Dialogues-GIZ

Das BMDV brachte mit seinen Standgesprächen eine internationale Perspektive ein. Am 28. Mai veranstaltete es drei Gesprächsrunden mit Expertinnen und Experten aus der deutschen Zivilgesellschaft sowie aus den Partnerländern der Internationalen Digitaldialoge. Moderiert wurden diese von Heiko Wildner, Referent für Internationale Digitalpolitik im BMDV.

Wie Freiheit und Sicherheit im digitalen Raum geschützt werden

Die parlamentarische Staatssekretärin Daniela Kluckert (BMDV) eröffnete die erste Gesprächsrunde und verwies auf die notwendige Zusammenarbeit verschiedenster Akteure zum Erhalt digitaler Freiheit: “Der Schutz von Freiheit im digitalen Raum ist eine Herausforderung, die nur durch die enge Zusammenarbeit verschiedenster Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft gemeistert werden kann.”

Anschließend sprach das BMDV mit Kathrin Morasch, Mitglied im Steering Committee des Internet Governance Forum (IGF) Deutschland, Zoë van Doren, Referentin Globale Digitalisierung und Innovation bei der Friedrich-Neumann-Stiftung, und Friederike von Franqué, Referentin EU und Internationale Regelsetzung bei Wikimedia.

Sie diskutierten, welche Perspektiven es weltweit auf Freiheit und Sicherheit im digitalen Raum gibt. Um sie zu schützen, darin stimmten die Sprecherin mit der parl. Staatssekretärin Kluckert überein, bedarf es einer internationalen Zusammenarbeit von Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, welche auf einer gemeinsamen Vision basiert. Die Schwierigkeit bestehe jedoch darin, dass die Sichtweisen auf Freiheit und Sicherheit im digitalen Raum weltweit unterschiedlich sind, und damit auch die Herangehensweisen für deren Schutz nicht kohärent sind.

Stella Mokaya Orina sprach über Kenias digitales Ökosystem. © Digital Dialogues-GIZ

Wie Kenia zu einer digitalen Zukunft beiträgt

In einer zweiten Gesprächsrunde sprach Wildner mit Stella Mokaya Orina, Botschafterin der Republik Kenia, über Kenias digitales Ökosystem. Nicht nur mit dem sogenannten „Silicon Savannah“ positioniert sich Kenia als Vorreiter in der Digitalisierung. Das Land glänzt weiterhin mit Innovationen im Finanzsektor, die ihm ursprünglich zu diesem Ruf verhalfen. Auch mit enormen Fortschritten in der Verwaltungsdigitalisierung macht das Land auf sich aufmerksam.

Gemeinsam sprachen sie darüber, welche Potenziale die Zusammenarbeit der beiden Länder bietet. Insbesondere in der Digitalwirtschaft und bei IT-Fachkräften sehen sie große Komplementaritäten. Die kenianische Botschafterin gab außerdem spannende Einblicke in die Herausforderungen und Chancen, die sich ihrer Meinung nach aus der globalen Vernetzung ergeben, und erläuterte, wie Kenia zur Förderung einer inklusiven digitalen Zukunft beiträgt.

Laut Luize Ferreira können Deutschland und Brasilien viel voneinander lernen. © Digital Dialogues-GIZ

Wie Start-ups den digitalen Wandel nachhaltig fördern können

Zum Schluss führte das BMDV ein Gespräch zum digitalen Aufbruch in Lateinamerika mit Luize Ferreira, brasilianische Mitgründerin des deutschen Tech-Start-ups Aiōn. Aiōn bietet kleinen und mittleren Unternehmen eine Software für ihr Nachhaltigkeitsmanagement. Dabei wird der Begriff der Nachhaltigkeit in vielen Dimensionen betrachtet – von ökologischer Nachhaltigkeit bis zu nachhaltigem Wachstum.

Ferreira, die neben Brasilien und Deutschland schon in einer Vielzahl an Ländern gelebt und gearbeitet hat, bot Einblicke in Erfolgsfaktoren für die Unternehmensgründung und die Rolle, die digitalisierte Verwaltungsvorgänge dabei spielen können. Sie wies darauf hin, dass gerade Deutschland und Brasilien in der Digitalisierung viel voneinander lernen können.

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