Stakeholder-Konsultationen für die Digitaldialoge mit Japan, Singapur und Südkorea

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Am 12. Mai veranstaltete das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) erste Stakeholder-Konsultationen für die Digitaldialoge mit Japan, Singapur und der Republik Korea. Das Ministerium lud Stakeholder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu einem offenen Austausch über Themen ein, die im Fokus der Digitaldialoge stehen sollen. Vertreter der deutschen Botschaften in den drei Ländern berichteten über aktuelle Entwicklungen in der Digitalpolitiken der Länder.

© Digital Dialogues-GIZ

Das BMDV organisiert regelmäßig Stakeholder-Konsultationen, um deutsche Stakeholder aus verschiedenen Bereichen in die Internationalen Digitaldialoge einzubinden. Der Austausch am 12. Mai konzentrierte sich auf Japan, Singapur und die Republik Korea. Die Digitaldialoge mit diesen Ländern sind bereits als Regierungsdialoge etabliert und werden nun zu Multi-Stakeholder-Plattformen ausgebaut.

Rund 50 Stakeholder nahmen an den virtuellen Konsultationen teil und tauschten sich über bestehende sowie mögliche zukünftige Rahmenbedingungen für die digitale Transformation und die Zusammenarbeit mit Japan, Singapur und der Republik Korea aus. Vertreter der deutschen Botschaften in den Ländern informierten zudem über wirtschafts- und digitalpolitische Entwicklungen. Während der gesamten Sitzung wurde ein digitales Whiteboard genutzt, um wichtige Diskussionspunkte zu notieren.

Möglichkeiten des gegenseitigen Lernens im Deutsch-Koreanischen Digitaldialog

Die Konsultationssitzung war in drei Teile unterteilt, die sich nacheinander auf die Republik Korea, Singapur und Japan konzentrierten. Der Vertreter der Deutschen Botschaft Seoul betonte, dass die Republik Korea auf ihrem Weg zu einer digitalisierten Gesellschaft großen Wert auf die schnelle Umsetzung von Digitalisierungsstrategien legt. Die Zusammenarbeit mit Korea in diesem Bereich könnte sich als besonders fruchtbar erweisen, da sie Möglichkeiten des gegenseitigen Lernens bietet - unter anderem in den Bereichen der Digitalisierung des öffentlichen Sektors und der Umsetzung von Smart Cities.

Die Stakeholder betonten, dass der Marktzugang für den digitalen Handel von wesentlicher Bedeutung ist. Sie wiesen darauf hin, dass die Republik Korea eine Vorreiterrolle bei Fintech-Innovationen einnimmt und sich für einheitliche Regelungen für Fintech in ganz Asien einsetzt. Nach Ansicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wäre ein harmonisierter Regulierungsrahmen hilfreich. Der Deutsch-Koreanische Digitaldialog kann ein wichtiges Instrument sein, um die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Regulierungsbehörden zu fördern.

Singapurs Industrie 4.0, Green Plan und Fintech-Fortschritte

Der Deutsch-Singapurische Digitaldialog stand im zweiten Teil im Fokus. Da Singapur ein Vorreiter bei der Digitalisierung der Wirtschaft und dem öffentlichen Raum ist, gibt es viele Möglichkeiten, voneinander zu lernen. Die Stakeholder identifizierten einige interessante Themen für den Digitaldialog. Sie hoben beispielsweise hervor, dass Singapur über ein sehr unternehmensfreundliches Ökosystem für die Entwicklung digitaler Produkte verfügt und dass seine Industrie 4.0-Fortschritte eine interessante Gelegenheit für einen Austausch bieten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wiesen auch auf den Ansatz Singapurs hin, Digitalisierung, Dekarbonisierung und Nachhaltigkeit durch den vorgeschlagenen Green Plan zu verbinden. Darüber hinaus würdigten sie die Fortschritte des Landes im Bereich der Finanztechnologie, insbesondere bei digitalen Währungen, während sie das Fehlen eines EU-Beschlusses zur Angemessenheit des Datenschutzes kritisierten. Der Digitaldialog könnte eine Plattform für die weitere Erörterung dieser Themen sowie für die strategische Zusammenarbeit sein.

Erkundung neuer Themen für den bilateralen Austausch mit Japan

Der dritte Teil bot den Stakeholdern die Gelegenheit, Themen für den Deutsch-Japanischen Digitaldialog zu diskutieren. Obwohl der Dialog bereits seit 2016 besteht, wurden bei der Konsultation mehrere neue Themen für eine mögliche Zusammenarbeit und gegenseitiges Lernen identifiziert.

Japan ist weltweit führend in einigen Technologiebereichen, insbesondere bei Hardware und Transport. Das Land strebt das Konzept der Gesellschaft 5.0 an, bei dem die Digitalisierung genutzt wird, um gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen. Dazu gehören die rasch alternde Bevölkerung und die Schwierigkeiten, ein Ökosystem für Start-ups zu schaffen. Die Förderung von E-Health und Automatisierung könnten wichtige Lösungen und Themen sein, die an Relevanz gewinnen.

Die Stakeholder sehen großes Potenzial für eine Zusammenarbeit, zum Beispiel bei der Regulierung von Cybersicherheit oder Künstlicher Intelligenz (KI), da beide Länder anstreben, ihre Rechtsrahmen mit strategischen Partnern zu harmonisieren. Im Rahmen der G7-Präsidentschaft im Jahr 2023 setzt Japan zudem einen Schwerpunkt auf das Thema Data Free Flow with Trust (DFFT) - eine Initiative, die laut den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für den Deutsch-Japanischen Digitaldialog von hohem Interesse sein könnte.

Gemeinsame Fortsetzung der Dialoge

Die Digitaldialoge sind ein wichtiges Instrument, um die Digitalpolitik weltweit zu diskutieren und mitzugestalten. Da es sich um Multi-Stakeholder-Dialoge handelt, ist der Input verschiedener Stakeholder für die Weiterentwicklung der Partnerschaften mit der Republik Korea, Singapur und Japan unerlässlich.

Im Auftrag des BMDV unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) den Prozess der Einbindung der Stakeholder. Sie können Ihre thematischen Prioritäten oder Anregungen für die Digitaldialoge jederzeit dem GIZ-Team per E-Mail (digital-dialogues@giz.de) mitteilen.

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