Von Daten zu Wachstum: Kenias Outsourcing-Boom im Fokus

Kenia

Am 25. Februar traf sich die kenianisch-deutsche Arbeitsgruppe für Global Business Services und IT-Outsourcing im Rahmen des Deutsch-Kenianischen Digitaldialogs. An dem Online-Treffen nahmen deutsche und kenianische Unternehmen aus dem Bereich Business Process Outsourcing und IT-Outsourcing teil. Im Mittelpunkt standen der „Outsourcing-Boom“ sowie die Bedeutung vertrauenswürdiger Datenflüsse für die kenianische Wirtschaft.

Zu Beginn stellte die neu gegründete Outsourcing Alliance of Kenya (OAK) ihre Pläne zur Förderung des Outsourcing-Booms in Kenia vor. OAK fungiert als zentrale Plattform für Kenias Global-Business-Services-Sektor, einschließlich Business Process Outsourcing (BPO) und IT-gestützter Dienstleistungen (ITES). Die Organisation bündelt Branchendaten, politische Interessenvertretung und Fachkräfte, um Unternehmen beim Markteintritt sowie bei operativen Prozessen gezielt zu unterstützen.

Ein blau gestaltetes Titelblatt des Berichts „Data Without Borders“ zeigt die Logos der kenianischen Regierung und der Datenschutzbehörde und veranschaulicht, wie vertrauenswürdige Datenflüsse das wirtschaftliche Wachstum Kenias fördern können.
Der Bericht wurde vom kenianischen Office of the Data Protection Commissioner präsentiert. © ODPC

Neue Chancen im BPO-Sektor schaffen

Jonathan Beardsley von Genesis Analytics, einem Mitglied der OAK, erklärte, dass die Gründung der Allianz auch auf wahrgenommene Defizite in der regulatorischen Planung zurückzuführen sei. Die Unternehmen fordern von der kenianischen Regierung einen klaren Aktionsplan zur Skalierung der BPO-/ITES-Branche.

Derzeit sind in afrikanischen Ländern über eine Million Menschen im Bereich Business Services tätig, vor allem in Marokko, Ägypten, Tunesien und Südafrika. Der kenianische Markt ist hingegen noch weniger gesättigt und bietet daher große Chancen für Unternehmen, die Outsourcing in Betracht ziehen.

Eine Mitgliedschaft bei der OAK ist für Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten möglich. Die Allianz setzt sich insbesondere für bessere politische Rahmenbedingungen ein – etwa für attraktivere Steuervergünstigungen, beschleunigte Arbeitsgenehmigungen für qualifizierte Unternehmen sowie Investitionen in Infrastruktur und Versorgung, die eine stabile Grundlage für technologieintensive Arbeit schaffen.

Vertrauenswürdige Datenflüsse als Motor für wirtschaftliches Wachstum

In einer zweiten Präsentation stellte John Walubengo, stellvertretender Datenschutzbeauftragter für Compliance beim kenianischen Office of the Data Protection Commissioner (ODPC), einen Bericht zu vertrauenswürdigen grenzüberschreitenden Datenflüssen vor. Der Bericht kann hier heruntergeladen werden.

Obwohl bislang keine Daten-Angemessenheitsentscheidung mit der EU getroffen wurde, verfügt Kenia laut Walubengo bereits über einen ausgereiften Rechtsrahmen, der die Anforderungen der DSGVO erfüllt. Durch den Ausbau vertrauenswürdiger Datenflüsse könnte Kenia jährlich zwischen 23.000 und 412.000 neue Arbeitsplätze schaffen – unter anderem in den Bereichen Tourismus, BPO und digitale Dienstleistungen. Insgesamt könnten zusätzliche Einnahmen in Höhe von 1,1 bis 5,5 Milliarden US-Dollar generiert werden.

In der anschließenden Fragerunde zeigten sich die Unternehmen besonders an dem Zeitplan für eine mögliche Angemessenheitsentscheidung interessiert. Das ODPC erklärte, dass der Prozess zwischen Kenia und der EU seit etwa eineinhalb Jahren läuft und innerhalb der nächsten sechs Monate mit einer Entscheidung gerechnet wird.

Nächste Schritte

Solange die Angemessenheitsentscheidung noch aussteht, wird das Sekretariat für den Deutsch-Kenianischen Digitaldialog ein Webinar veranstalten, das sich mit praktischen Ansätzen für sichere grenzüberschreitende Datenflüsse befasst. Bei Interesse am Webinar oder an einer Mitarbeit in der Arbeitsgruppe können Sie sich unter digital-dialogues@giz.de melden.

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