Webinar: Den Weg zur nachhaltigen KI ebnen
Brasilien
Der „Zwillingsübergang“ bezieht sich auf den gleichzeitigen Fortschritt digitaler und grüner Initiativen. Die Entwicklung der KI und ihre Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere durch energieintensive Rechenzentren, geben politischen Entscheidungsträgern, Klimaaktivisten und Unternehmen Anlass zur Sorge.
Das Webinar bestand aus zwei Sitzungen, in denen erörtert wurde, welche Initiativen Unternehmen und Regierungen ergreifen können, um einen grünen Übergang für den KI-Sektor zu unterstützen. Zudem diskutierten die Teilnehmenden, welche Rolle interoperable Regulierungsstandards bei der Steuerung einer nachhaltigen technologischen Entwicklung spielen. Die erste Sitzung konzentrierte sich auf politische und regulatorische Fragen im Zusammenhang mit KI und Nachhaltigkeit in Europa, Lateinamerika und anderen Regionen, während in der zweiten Sitzung weitere Auswirkungen von KI und die bestehenden Initiativen der Zivilgesellschaft und des Privatsektors zur Bewältigung dieser Auswirkungen erörtert wurden.
Die Veranstaltung wurde auf dem YouTube-Kanal der Internationalen Digitalen Dialoge live gestreamt und ist hier verfügbar. Das Sekretariat hat eine Zusammenfassung der Debatte erstellt, in der die wichtigsten Punkte, die von den Redenden angesprochen wurden, hervorgehoben und Themen für weitere Diskussionen vorgeschlagen werden. Das Dokument ist unten verfügbar.
Innovation und Natur in Einklang bringen
Fernando de Rizzo, Vorsitzender der B20 für digitale Transformation und CEO von Tupy, und Bruno Bioni, leitender Co-Vorsitzender der T20 und Gründungsdirektor von Data Privacy Brazil, eröffneten die Sitzungen. Beide betonten die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen Entwicklung von KI und unterstrichen die Relevanz der politischen Empfehlungen, die von den G20-Gruppen vorgelegt wurden.
Luis Mosquera, Vizepräsident für Recht, Regierungsangelegenheiten & Nachhaltigkeit bei Siemens Brasilien, betonte, dass Zusammenarbeit und Co-Gestaltung für Innovationen unerlässlich sind, insbesondere im Technologiebereich. Er betonte, dass ein harmonisierter Rechtsrahmen für KI von entscheidender Bedeutung ist, um positive Auswirkungen in verschiedenen Bereichen zu erzielen und diese Harmonisierung zum Abbau von Hindernissen für den internationalen Handel zu nutzen.
Jacqueline Lopes, Direktorin für institutionelle Beziehungen für LATAM Süd bei Ericsson, erklärte, wie KI Unternehmen helfen kann, nachhaltiger zu werden. Sie nannte als Beispiel die Optimierung des Produkttransports durch KI und wies darauf hin, dass der Transport rund 30 % der Treibhausgasemissionen verursacht. Durch den Einsatz von KI zur Überwachung und Vorhersage des Transportbedarfs können Unternehmen ihre Emissionen erheblich reduzieren.
AI zur Unterstützung der grünen Transformation und zur Milderung der Umweltauswirkungen
Killian Vieth-Ditlmann, stellvertretender Leiter der Abteilung Politik bei Algorithmwatch, und Friederike Rohde, Wissenschaftlerin am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, forderten ein umfassendes politisches Rahmenwerk für KI. Dieses sollte die gesamte Produktionskette von KI abdecken, von der Ressourcengewinnung bis zum Elektronikschrott. Sie betonten die Notwendigkeit einer standardisierten Dokumentation des Energie- und Ressourcenverbrauchs und die Schaffung nachhaltiger KI-Designs in Bereichen wie Finanzen, Marketing, Einzelhandel und Industrie.
Die Geschäftsführerin von IT for Change und Ko-Vorsitzende der T20-Arbeitsgruppe für digitale Transformation, Anita Gurumurthy, sprach aus der Perspektive des globalen Südens über die Auswirkungen von KI auf lokale Gemeinschaften. Sie unterstrich, wie wichtig es ist, die Nachhaltigkeit aus einer sozialen und politischen Perspektive zu betrachten und gleichzeitig die natürlichen Ressourcen zu schützen.
Boye Adegoke, Senior Manager of Grants and Programs Strategy bei der Paradigm Initiative, vertrat schließlich die Ansicht, dass Technologieunternehmen, die in Afrika investieren, eng mit Umweltorganisationen zusammenarbeiten sollten, um die Umweltziele Afrikas zu erreichen. Durch diese Zusammenarbeit kann sichergestellt werden, dass die Investitionen gleichzeitig auf Nachhaltigkeit und Innovation ausgerichtet sind und diese fördern.
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