Workshop zu Data Governance auf dem Brasilianischen Internetforum
Brasilien
Eine zunehmend digitalisierte Wirtschaft stützt sich auf Daten als zentrale Ressource. Neue Technologien haben das Potenzial, Produktivität und Innovation zu steigern, erfordern aber einen ständigen Datenfluss. Wie können Daten hierfür bereitgestellt und reguliert werden?
Gemeinsam mit der Brazilian Industrial Internet Association (ABII) organisierte das Sekretariat für den Deutsch-Brasilianischen Digitaldialog einen Workshop auf dem Brasilianischen Internetforum, der sich mit dem Thema Data Governance befasste. Die eingeladenen Diskussionsteilnehmenden erörterten mögliche Ansätze zur Datenregulierung sowie Anforderungen an die digitale Infrastruktur für eine datenbasierte Wirtschaft.
Perspektiven aus verschiedenen Sektoren
Der Workshop verfolgte einen Multi-Stakeholder-Ansatz mit Redner*innen aus dem privaten, öffentlichen und wissenschaftlichen Sektor sowie der Zivilgesellschaft. Claudio Goldbach, Direktor von ABII, und Andreas Weiss, Leiter des Bereichs Digitale Geschäftsmodelle beim Verband der deutschen Internetwirtschaft (Eco), vertraten den privaten Sektor.
Der öffentliche und der wissenschaftliche Sektor wurden von Miriam Wimmer, Direktorin der brasilianischen Datenschutzbehörde (ANPD), und Danilo Angelo, Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Eldorado Research Institute, vertreten. Die Vertreter*innen der Zivilgesellschaft waren Lorrayne Porciuncula, Geschäftsführerin der Data Sphere Initiative, und Professor Gianni Ricciardi, Innovationsberater von GoNew.co.
Luc Wüst, Berater im Sekretariat für den Deutsch-Brasilianischen Digitaldialog, moderierte den Workshop.
Diskussion über das Datenökosystem in Brasilien
Während der Sitzung brachten die Teilnehmenden verschiedene Perspektiven auf die Entwicklung eines Datenökosystems in Brasilien ein. Sie waren sich einig, dass die Anwendung internationaler Best Practices in der Datenverwaltung die Entwicklung eines erfolgreichen brasilianischen Modells fördern kann. Danilo Angelo hob hervor, dass brasilianische Unternehmen ihre Daten problemlos nach den europäischen Standards für Datenräume austauschen könnten, da die Vorschriften für Data Governance in Brasilien und Europa ähnlich seien.
Lorrayne Porciuncula und Miriam Wimmer betonten, dass sich die nationale Debatte über Data Governance und auch über Datenschutz noch in einem frühen Stadium befindet. Claudio Goldbach vertrat die Unternehmensperspektive und schlug das Prinzip des Eigentums an industriellen Daten vor. Seiner Meinung nach sollten die Gewinne durch Daten im Datenökosystem klar definiert werden.
Debatten über Data Governance sind notwendig für ein gemeinsames Verständnis
Die Expert*innen waren sich einig, dass die Übernahme bestehender Lösungen für Brasilien und Lateinamerika von Vorteil wäre. In diesem Zusammenhang erwähnten Andreas Weiss und Gianni Ricciardi die europäische Gaia-X-Initiative als eine Möglichkeit, die Interoperabilität und die Einhaltung von Datenvorschriften zu verbessern. Gaia-X hätte dazu eingeladen, einen Hub in Brasilien zu errichten.
Die Diskussionen zeigten außerdem, dass die Komplexität des brasilianischen Regelungsumfelds und die große Vielfalt der Akteure die Entwicklung konsolidierter Data-Governance-Modelle erschweren können. Systematische Debatten über Data Governance, wie sie auf der 12. FIB stattfanden, sind von zentraler Bedeutung für die Förderung eines gemeinsamen Verständnisses des Themas in Brasilien.
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