Kenianisch-deutsche Arbeitsgruppe untersucht IT-Outsourcing und Trends am IT-Fachkräftemarkt
Kenia
Komplementäre demografische Entwicklungen
Laut Maggie Ireri, TIFA, bietet die Studie einen genaueren Einblick in die weitgehend komplementären demografischen Entwicklungen in Kenia und Deutschland. Aufgrund der alternden Bevölkerung erwartet Deutschland einen erheblichen Fachkräftemangel auf dem IT-Arbeitsmarkt. Kenia hingegen verfügt über junge, technikaffine, englischsprachige Arbeitskräfte, deren Zahl weiter wächst. Um dieses Potenzial zu nutzen, sind Informationen über die Kosten und erforderlichen Qualifikationen auf beiden IT-Arbeitsmärkten von entscheidender Bedeutung.
Kelvin Masika, TIFA, interpretierte die Daten, die die Studie auf Jobbörsen wie LinkedIn in Deutschland und Kenia gesammelt hatte. Der Schwerpunkt lag auf IT-Jobs, Gehältern und erforderlichen Qualifikationen. Die Forschenden fanden heraus, dass in beiden Ländern die meisten offenen Stellen im Bereich Softwareentwicklung zu finden waren. In Deutschland war aufgrund eines diversifizierteren Technologie-Ökosystems eine ausgewogenere Verteilung zwischen Softwareentwicklung und IT-Support zu beobachten.
Kenias kostengünstige und hochqualifizierte IT-Fachkräfte
Die Teilnehmenden erklärten, dass Kenia im Vergleich zu Deutschland ein kostengünstiger Standort ist. Unternehmen können erheblich an Gehältern für Softwareentwickler sparen, da diese in Kenia etwa halb so hoch sind wie in Deutschland. Kenia ist im internationalen Vergleich eine Option mit mittleren Kosten. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die kenianischen IT-Fachkräfte wettbewerbsfähig genug sind, um die Anforderungen des deutschen Marktes zu erfüllen.
Wissen, wer eine Hand reichen kann
Für deutsche Unternehmen kann die Zusammenarbeit mit kenianischen BPO-Dienstleistern ein wertvoller Weg sein, um kenianische Talente zu rekrutieren. Solche lokalen Akteure können dabei helfen, die lokalen und marktwirtschaftlichen Dynamiken, einschließlich der Kosten, zu verstehen. Bei der direkten Rekrutierung kenianischer Fachkräfte kann es ratsam sein, mit lokalen Headhuntern zusammenzuarbeiten oder Talente anzusprechen, die in mittelständischen Technologieunternehmen arbeiten, da diese am offensten für neue Möglichkeiten sind.
Schließlich wurde betont, dass 37 % der deutschen IT-Stellenangebote Remote-Jobs sind, verglichen mit 12 % der Stellen in Kenia. Dies beweist erneut, dass die Einstellung internationaler Talente ein konkreter Weg ist, um Stellen zu besetzen, die derzeit in Deutschland vakant sind.
Das Treffen endete mit einem kurzen Ausblick auf bevorstehende Veranstaltungen und Möglichkeiten, die der Deutsch-Kenianische Digitaldialog bietet. Wenn Sie Teil der Arbeitsgruppe werden und Updates und Neuigkeiten aus erster Hand erhalten möchten, senden Sie einfach eine E-Mail an digital-dialogues@giz.de.
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